Im Rahmen der AG-Tätigkeit wurde von April bis Juli 2024 eine Umfrage zur Ermittlung des aktuellen Stands der digitalen Barrierefreiheit an öffentlich-rechtlichen Hochschulen in Deutschland durchgeführt. Das Ziel der Umfrage war es, einen Überblick über die Verankerung des Themas an den Hochschulen zu gewinnen, Best Practices zur Umsetzung digitaler Barrierefreiheit an Hochschulen zusammenzutragen und Bereiche mit Optimierungspotenzial zu identifizieren. Auf Grundlage der Ergebnisse sollen allgemeine Anregungen abgeleitet werden, die den Hochschulen Impulse zur Stärkung der digitalen Barrierefreiheit an ihrer Institution bieten.

Die Umfrage wurde als Online-Umfrage konzipiert und mit dem Umfrage-Tool SoSci-Survey erstellt. Sie umfasste 41 Fragen, darunter 19 offene Fragen mit freier Antwortmöglichkeit und 22 Auswahlfragen mit vorgegebenen Antwortmöglichkeiten (20 mit Einfachauswahl und 2 mit Mehrfachauswahl). Ein Teil der Fragen wurde dabei aufbauend, als Filterfragen, angelegt. Das heißt, die offenen Fragen dienten überwiegend dazu, die Antworten der Auswahlfragen zu konkretisieren.

Inhaltlich wurden die Fragen in vier Themenbereiche gegliedert, um die unterschiedlichen Perspektiven verschiedener Akteure und Akteurinnen zu erfassen. Diese vier Bereiche waren:

  • Allgemeine Angaben: Fragen zur Hochschule und zur ausfüllenden Person,
  • Sicht auf Hochschulen: Fragen zur Zuständigkeit, einschließlich der Gremien, Institutionen, Organisationsstrukturen und Forschungsinitiativen, die sich mit digitaler Barrierefreiheit befassen,
  • Sicht auf Studierende: Fragen zur Ausstattung der Studierenden mit technischen Hilfsmitteln und Software, zum Nachteilsausgleich bei Prüfungen sowie zur barrierefreien Bereitstellung von Studienmaterialien,
  • Sicht auf Prozesse: Fragen zu internen Angeboten für Weiterbildung, Unterstützung und Ausstattung der Lehrenden, zur Vernetzung mit anderen Hochschulen sowie zur Prüfung, Beschaffung, Pflege und Aktualisierung digitaler Angebote, IT-Lösungen, Hardware und Software

Eine Übersicht aller Fragen findet sich im Anhang (Anhang A: Fragenliste zur Umfrage).

Zur Zielgruppe der Umfrage gehörten in erster Linie die staatlichen (öffentlich-rechtlichen) Hochschulen in Deutschland. Die genaue Anzahl der Hochschulen zum Umfragezeitpunkt (Sommersemester 2024) ist nicht bekannt. Im Wintersemester 2023/24 gab es laut Zahlen des Statistischen Bundesamtes insgesamt 428 Hochschulen in Deutschland, darunter knapp zwei Drittel staatliche Hochschulen. (Quellen: Portal Destatis des Statistischen Bundesamtes. Hochschulen nach Hochschularten, Datenportal des BMFTR. Tabelle 2.5.1 Hochschulen nach Hochschularten und Ländern)

Die Beantwortung der Umfrage sollte in den Hochschulen durch eine oder mehrere der im Folgenden genannten Akteure oder Akteurinnen erfolgen, da diese eine entscheidende Rolle bei der Erfassung und Beantwortung relevanter Fragen zur digitalen Barrierefreiheit an Hochschulen spielen und somit als potenziell auskunftsfähige Personen zu den unterschiedlichen Themenbereichen in Frage kommen:

  • Beauftragte, Koordinatoren und Koordinatorinnen oder Beratende für die Belange von Studierenden mit Behinderungen oder chronischen Krankheiten
  • Inklusions- bzw. Diversity-Beauftragte der Hochschulen
  • Beauftragte oder Koordinatoren und Koordinatorinnen für digitale Barrierefreiheit und assistive Technologien
  • Referate der allgemeinen Studierendenausschüsse, Studierendenräte etc. zum Thema „Inklusion / Antidiskriminierung"
  • Selbsthilfe- und Interessengemeinschaften der Studierenden mit Behinderungen oder chronischen Krankheiten
  • Themenverantwortliche in der Hochschulverwaltung (z. B. „Studentische Angelegenheiten") oder in den Abteilungen für IT, Organisation und Öffentlichkeitsarbeit
  • Themenverantwortliche in hochschuldidaktischen Zentren oder Beauftragte für die digitale Transformation in der Lehre

Um die Motivation zur Teilnahme an der Umfrage zu erhöhen, wurde den Hochschulen vorab ein Datenblatt mit ihrer Selbsteinschätzung sowie Vergleichsdaten anderer Hochschulen in Aussicht gestellt. Zum einen sollte das Datenblatt eine Übersicht aller im Fragebogen ausgefüllten Fragen und der eigenen Antworten beinhalten. Auf diese Weise sollte es den Hochschulen als Bestandsaufnahme sowie als internes Kommunikationsinstrument dienen. Zum anderen sollte das Datenblatt ein Kapitel mit einer Gesamtauswertung aller quantitativen Fragen (dazu gehörten all jene Fragen mit vorgegebenen Antwortmöglichkeiten) beinhalten. Dies sollte den Hochschulen die Möglichkeit geben, den eigenen Stand der digitalen Barrierefreiheit mit dem anderer Hochschulen zu vergleichen.

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